Wohnbau Brünnerstraße

Baujahr: 1993
Ort: 1210, Wien
Wohneinheiten: 93

Bauträger: GSG
Ausgehend von der Straße stellt hier ein Wegesystem - ein kontinuierliches städtisches Band vom urbanen Bereich bis zur Wohnung - die notwendige Verbindung horizontal und vertikal dar, eine Verbindung zwischen öffentlichem Straßenraum und der individuellen Wohneinheit. Es entwickelt sich eine vertikale Landschaft durchsetzt von Wohnungen, Gewerbebetrieben, halböffentlichen Gärten, Vorgärten, Privatgärten, Kinderspielplätzen, Gemeinschaftsräumen und Nutzräumen, die mit diesem Weg verknüpft sind. Der geschichtete Raum ist mehrdeutig und verwandelbar.
Das Wohngebäude sehen wir in Wechselbeziehung zwischen den Realformen und seinen Benützern. Unsere Architektur existiert nicht mehr als solche, sondern entsteht erst im Spannungsverhältnis zum agierenden Menschen. Der Bewohner wird hierbei unbewußt zum Mitgestalter, da die offene Struktur jede Einflußnahme deutlich nach außen zeigt.
Die Schichtung des Raums wird durch den agierenden Menschen als eine ständige Verwandlung wahrgenommen, weil sich die Schichten durch die Benützung gegeneinander verschieben. Der Baukörper erscheint in seiner ganzen Dimension erst durch diese Aktivität. Der Ausdruck des spontan Entstandenen und daher dem Augenblick Verpflichteten wird unserer Architektur zur Seite gestellt.