Philosophie


"Auf der Bühne des Lebens"

Wir sehen das Gebäude als "Bühne" für die Bewohner und als Katalysator für die Schichtung und Verdichtung des städtischen Raumes, des städtischen Lebens. Dementsprechend konstituiert sich unsere Architektur erst im Zusammenspiel ihrer primären Ordnung (die determinierte Struktur eines Gebäudes) mit der sekundären Ordnung (ihrem Gebrauch). Wir werden uns darauf einstellen müssen, Lebendigkeit, Dynamik, Schnelligkeit und Unvorhersehbarkeit der modernen Gesellschaft als integralen Bestandteil unseres planerischen Denkens zu machen. Unser Planen wird so zu einem Stück mehr Programmieren, Organisieren, Regieführen. Und "unsere" Bilder werden so - wenn wir uns um die Form des Rahmens kümmern - von selbst entstehen.

strukturell

In Zukunft wird es nicht mehr die Aufgabe der ArchitektInnen sein, Siedlungen, Wohnhäuser, Gebäude, Städte in ihren Einzelheiten zu entwerfen. Vielmehr wird es darum gehen, Strukturen vorzugeben, in denen Siedlungen, Wohnhäuser, Gebäude, Städte sich selbst entwickeln können. Diese Strukturen definieren nur den Rahmen, in dem das Ereignis zwischen den einzelnen Teilen des Ganzen stattfinden kann. Das Unvorhersehbare wird dabei nicht nur akzeptiert, sondern zu einem Bezugspunkt, zu einer Prämisse gemacht. Entwerfen wird zu einem Balanceakt zwischen Ordnung und Chaos. Dieses Konzept wird der Lebendigkeit, der Dynamik, der Schnelligkeit und der Unvorhersehbarkeit der modernen Gesellschaft gerecht.

katalytisch

Wir sehen das Gebäude als Katalysator für die Verdichtung und Schichtung des städtischen Raumes und des städtischen Lebens. Das Haus ist das Grundmodell einer bewußten räumlichen Verzahnung mit der Stadt. Im Prinzip ist jedes einzelne Gebäude Stadtlandschaft. Es gibt keine definierten Grenzen mehr zwischen Stadt und Gebäude. Es existieren komplexe räumliche Beziehungen zwischen dem horizontalen und vertikalen Stadtraum. Denn kein einzelnes Gebäude, sondern ein vielschichtiges urbanes Quartier, das sich aus einzelnen autonomen Bauteilen zusammensetzt bildet den Lebens- und somit Entwurfshintergrund.

metabolisch

Im Laufe ihrer Entwicklungsgeschichte hat sich der "Urzweck" von Architektur immer wieder verändert. So stand zunächst der Schutz des Menschen "gegen" die Welt im Vordergrund. Im 20. Jahrhundert entwickelten wir unsere Technik soweit, um in den Gebäuden eigene Klimatas, eine "Gegenwelt" zu schaffen. In Zukunft werden wir daran gehen, "ohne technische Gewalt" unsere Häuser im Sinne von Nachhaltigkeit, Synergie und Ökologie zu entwickeln. Dabei wird die Fassade, die Schnittstelle eines Gebäudes mit seiner Umwelt als "Membran" nicht mehr das Abschließende, sondern vielmehr das Austauschende, das Vermittelnde zu leisten haben. Dabei wird die energetische (wie auch die soziale) Kommunikation eines Gebäudes mit seiner Umwelt durch den jeweiligen Schichtaufbau und die Schichtstärken genau steuerbar.

metamorph

Das Wesen unserer Architektur besteht nicht in einer sich selbst genügenden formalen Ausbildung der einzelnen Schichten, sondern es entsteht durch die Art und Weise ihrer räumlichen Überlagerung, ihrer (Selbst)darstellung nach außen und ihrer jeweiligen spontanen Benützung. Das Erscheinungsbild dieser Architektur wird sich demnach ständig verändern, immer jedoch den aktuellen "inneren" Zustand des Gebäudes widerspiegeln. Es ist eine Architektur ihrer eigenen Entwicklungsgeschichte, der Versuch eine "metamorphe Architektur" darzustellen.